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Gaslighting ist ein subtiler, oft unbewusster Kommunikationsstil, bei dem eine Person die Wahrnehmung oder Erinnerungen einer anderen wiederholt infrage stellt. Diese Art der Dynamik kann in engen Beziehungen und Familienstrukturen entstehen und dazu führen, dass die betroffene Person an ihrer eigenen Wirklichkeit zweifelt. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Gaslighting bedeutet, warum es auftreten kann und wie Sie einen Weg finden, damit umzugehen.
Gaslighting beschreibt das Verhalten, bei dem eine Person kontinuierlich die Gefühle oder Erinnerungen einer anderen anzweifelt. Dies geschieht oft durch scheinbar harmlose Aussagen wie „Das hast du dir nur eingebildet“ oder „So war das nie“. Über die Zeit kann diese subtile Form der Beeinflussung dazu führen, dass die betroffene Person den Boden unter den Füßen verliert und ihre eigene Wahrnehmung nicht mehr vertraut.
In Paarbeziehungen zeigt sich Gaslighting häufig dann, wenn ein Partner – bewusst oder unbewusst – versucht, die Sichtweise des anderen zu dominieren. Es ist selten eine direkte Konfrontation, sondern ein schleichendes Anzweifeln der Gefühle oder Erinnerungen des anderen. Typische Beispiele hierfür sind:
Auch innerhalb von Familien kann Gaslighting vorkommen. Oft passiert dies, wenn Eltern unbewusst die Wahrnehmungen ihrer Kinder infrage stellen, indem sie deren Gefühle als überzogen oder unangebracht abtun. Aussagen wie „Das hast du dir ausgedacht“ oder „Du warst schon immer schwierig“ können das Selbstbild eines Kindes langfristig prägen und zu Unsicherheiten führen, die weit ins Erwachsenenalter hineinreichen.
Diese Form der Einflussnahme ist selten böswillig, sondern oft Teil familiärer Muster, die sich über die Zeit entwickelt haben. Dennoch kann sie das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung stark beeinträchtigen.
Gaslighting ist nicht immer bewusstes Handeln, sondern kann aus verschiedenen psychologischen oder emotionalen Bedürfnissen heraus entstehen:
Gaslighting kann tiefgreifende Auswirkungen auf das Selbstbild und die emotionale Sicherheit haben. Betroffene beginnen, ihre eigenen Gefühle und Wahrnehmungen zu hinterfragen, was zu Unsicherheiten führen kann. Dies erschwert es oft, persönliche Grenzen zu setzen oder die eigenen Bedürfnisse klar zu formulieren. Die Auswirkungen hängen dabei stark von der Intensität und Dauer des Gaslighting ab.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Wahrnehmungen in einer Beziehung oder innerhalb der Familie wiederholt infrage gestellt werden, können die folgenden Schritte hilfreich sein:
Gaslighting kann dazu führen, dass Menschen an ihrer eigenen Wahrnehmung zweifeln, doch es gibt Wege, diese Dynamik zu erkennen und ihr entgegenzuwirken. Indem Sie Ihre eigene Realität festigen und gegebenenfalls Unterstützung von außen in Anspruch nehmen, können Sie ein stärkeres Vertrauen in Ihre eigene Wahrnehmung entwickeln.
Diese Art von Dynamik in Beziehungen oder Familien ist eine Einladung, sich selbst und die Kommunikationsmuster im eigenen Umfeld zu reflektieren. Es geht darum, gesunde, klare und respektvolle Dialoge zu fördern, um Beziehungen auf einer stabilen und achtsamen Basis aufzubauen.
Pascale Jenny