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Systemaufstellungen – Komplexe Systeme lesen -
Dynamiken sichtbar machen und verstehen
Systemaufstellungen sind eine Methode, die innere Prozesse sichtbar macht, indem sie symbolisch und räumlich dargestellt werden. Dabei werden Figuren, Magnete oder auch Bodenanker als Platzhalter genutzt, um Familienmitglieder, Partner:innen, Gefühle oder Themen aufzustellen. Diese Methode hilft, das oft komplexe Zusammenspiel innerhalb von Beziehungen zu verdeutlichen. Skulpturarbeit - Systemaufstellungen in Partnerschaft und Familie.
In Familien und Partnerschaften gibt es viele unausgesprochene Botschaften, die oft über Körpersprache vermittelt werden. Gefühle wie Angst, Wut oder Unsicherheit zeigen sich häufig in Mimik, Gestik und Haltung, auch wenn die Worte etwas anderes sagen. Eine Systemaufstellung macht diese subtilen Dynamiken und verdeckten Emotionen sichtbar und eröffnet einen Raum für die nonverbale Kommunikation. Indem familiäre oder partnerschaftliche Themen räumlich dargestellt werden, wird verständlicher, wie einzelne Personen zueinander stehen und welche Spannungen oder Verstrickungen wirken.
Insbesondere in Familien und Partnerschaften können Systemaufstellungen dabei helfen, tieferliegende Konflikte, Kommunikationsprobleme oder verfestigte Muster zu erkennen und zu bearbeiten. Viele Anliegen lassen sich durch eine Aufstellung besser verstehen:
In einer Systemaufstellung wird das innere Bild der Beziehung, der Familie oder des aktuellen Themas nach außen gebracht und sichtbar gemacht. Dies ermöglicht eine Art "Raum-Landkarte", die verdeutlicht, wie sich alle Beteiligten zueinander verhalten. Der Raum macht sichtbar, welche Nähe oder Distanz herrscht, wo sich Spannungen aufbauen oder wo ein Ungleichgewicht in der Beziehung spürbar ist. Diese Darstellungsform ermöglicht es, Muster und Dynamiken zu erkennen, die im Alltag oft verborgen bleiben.
Bei einer Aufstellung geht es nicht um das Nachspielen von Rollen, sondern um das bewusste Wahrnehmen. Personen in einer Aufstellung nehmen eine bestimmte Position ein – sei es für sich selbst, ein Familienmitglied oder ein Gefühl. Dabei schildern sie ihre Empfindungen: Körperwahrnehmungen, Emotionen, Gedanken oder innere Bilder. Dadurch kommt eine tiefergehende Wahrheit ans Licht, die oft verdrängt oder nicht ausgesprochen wurde, aber dennoch eine große Wirkung auf die Beziehung oder Familie hat. Diese neue Wahrnehmung schafft die Grundlage für Veränderungen.
Systemaufstellungen schaffen einen Raum für neue Perspektiven. Besonders in Einzelsettings kann die Arbeit mit Aufstellungen helfen, festgefahrene Überzeugungen und Beziehungsmuster zu hinterfragen. In Partnerschaften kann eine kleine räumliche Verschiebung – zum Beispiel ein veränderter Blickwinkel auf die andere Person – eine große Wirkung haben. In der Familie kann das Erkennen von generationsübergreifenden Dynamiken helfen, Verständnis und Mitgefühl zu fördern und einen neuen Umgang miteinander zu finden. Diese Methode ermöglicht es, aus einem immer gleichen Kreislauf von Gedanken oder Konflikten auszubrechen und eine neue, liebevollere Art des Miteinanders zu entwickeln.
Systemaufstellungen sind damit ein kraftvolles Werkzeug, um in kurzer Zeit tiefgreifende Einsichten zu gewinnen und Lösungen zu entwickeln, die den Beziehungen innerhalb der Familie und Partnerschaft eine neue Richtung geben können.
Pascale Jenny